In 6 Schritten Greenscreen-Aufnahmen erfolgreich umsetzen

In den Nachrichten, Hollywood-Filmen, Live-Streams oder bei Image-Filmen eines Unternehmens haben Sie Ihn wahrscheinlich nie gesehen, aber immer war er da. Schaut man sich die “Behind the Scenes” eines aktuellen Kinofilms an oder blickt hinter die Kulissen eines Nachrichtenstudios, merkt man schnell wovon hier die Rede ist: Der Greenscreen. Ein unscheinbares Objekt, aber in der Video-Welt nicht mehr wegzudenken.

Im folgenden Blogartikel zeigen wir Ihnen, welches Equipment Sie benötigen und geben Ihnen eine Anleitung, wie Sie Ihre erste Aufnahme mit dem “Chroma Keying”-Effekt Schritt für Schritt umsetzen.

Was ist ein Greenscreen?

Es handelt sich um einen Hintergrund in grün, der zur farbbasierten Bildfreistellung verwendet wird. Dabei wird das aufgenommene Objekt in der Nachbearbeitung vom Hintergrund freigestellt, sodass neue Hintergründe, z. B. Präsentationsfolien, ins Video eingefügt werden können. Diese visuellen After-Effects nennt man “Chroma-Keying”. 

Hintergrund ausgetauscht mit dem Chroma-Key Effekt

Gründe für die Verwendung der Greenscreen-Technik

Bei richtiger Verwendung steigert dieser Spezialeffekt die Qualität Ihrer Videos. Interessant ist insbesondere die Anwendung im E-Learning Bereich. Durch den erhöhten visuellen Gestaltungsgrad unterstützen Sie den Lernenden automatisch bei der Informationsaufnahme, sprich beim Verinnerlichen Ihrer Inhalte. Je höher die visuelle Attraktivität eines Videos, desto höher ist der empfundene Unterhaltungswert und desto höher ist die effektive Informationsverarbeitung.  

Welches Equipment benötigen Sie für die Greenscreen-Effekte?

Für die erfolgreiche Umsetzung benötigen Sie das passende Equipment. Die folgende Auflistung gibt Ihnen einen Überblick über benötigtes Zubehör. 

  1. Einen grünen Hintergrund (Green screen)
  2. Umfangreiche Beleuchtung
  3. Eine Kamera + Stativ 
  4. Software-Tool mit integrierter “Chroma-Keying-Funktion”
  5. Optional: Mikrofon
Set für eine Greenscreen Aufnahme

Wie auch in vielen anderen Bereichen, ist Planung das A und O. Investieren Sie etwas mehr Zeit in die Recherche des passenden Equipments und den sauberen Aufbau des Aufnahme-Sets.

1. Den passenden Greenscreen finden

Für die Beschaffung gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  1. Pop-Up
  2. Stativsystem oder eine Wandhalterung
  3. Wandfarbe in grün
    1.  

1. Ein Pop-Up ist ein ausfaltbarer Hintergrund (auch “Portable Greenscreen” genannt), der zum sofortigen Einsatz bestimmt ist. Nach dem Herausziehen des Chroma-Key-Panels, spannt sich das Tuch und rastet in der Halterung ein. Der Auf- und Abbau ist sehr schnell und schafft transportable Flexibilität durch kompaktes Design. 

2. Ein Stativsystem oder eine Wandhalterung eignet sich gut für große Bild-Ausschnitte. Bei Stativsystemen gibt es mehrere Hintergrundarten. Ein einfacher Stoffhintergrund erfüllt problemlos den Zweck, muss aber sauber gespannt werden und darf keine Falten werfen. Wer etwas mehr investieren möchte, um den Aufbau und die Ausleuchtung zu vereinfachen, kann auch zu einem Vinyl-Hintergrund greifen. 

3. Grüne Farbe erhalten Sie in jedem Baumarkt mit eigener Farbabteilung oder in einem Tapeten- und Farben-Fachgeschäft. Zusätzlich benötigen Sie eine Farbrolle, Abklebe- und Abdeckmaterial für Wand und Boden sowie etwas Zeit und Arbeitskraft. Sie sollten sich für diese Variante entscheiden, wenn Sie sich sicher sind, Ihre zukünftigen Aufnahmen an nur einem festen Ort zu erstellen.
Wichtig ist es bei dieser Methode eine matte Farbe zu wählen, da glänzende Hintergründe sich aufgrund der Lichtreflexion nicht für diese Aufnahmen eignen. 

Wichtig: Achten Sie bei allen Varianten darauf, dass das grün gesättigt ist, sprich die Farbe konstant auf der Fläche verteilt ist. Im Zweifelsfall sollte man lieber einen grelleren Grünton nehmen als einen zu dunklen, da sich dieser besser von der Person abhebt und der Farbton somit einfacher entfernen lässt.

2. Für die richtige Beleuchtung sorgen

Die richtige Beleuchtung Ihres Aufnahme-Sets ist der Schlüssel für gelungene Greenscreen-Effekte. Bewährte Drei-Punkt-Systeme, bei denen drei verschiedene Lichtquellen eingesetzt werden, sind eine solide Basis, zu der weitere Lichtquellen, bei Bedarf, ergänzt werden können. Wir empfehlen fünf Lichtquellen einzusetzen: Zwei Hintergrundbeleuchtungen, ein Führungslicht, ein Fülllicht und ein Spitzlicht (Kopflicht).  

Weiter ist der Einsatz der Lichtquellen als LED-Softboxen sinnvoll, da diese das Licht gleichmäßig, der natürlichen Sonnen ähnelnd, verteilen. Die gleichmäßige Streuung des diffusen Lichtes ist wichtig, um die Technik in der Nachbearbeitung so präzise wie möglich anzuwenden. Ausschlaggebend ist, dass der Greenscreen komplett und sauber ausgeleuchtet ist. 

3. Die Kamera

Für Aufnahmen direkt am Computer reicht eine Webcam oder der Einsatz des eigenen Smartphones. Für die optimale Farbtemperatur führen Sie einen Weißabgleich durch, um die Farbtemperatur des Lichtes zu konfigurieren. Die Farbtemperatur kann dann manuell auf die Farbtemperatur der vorhandenen Lampen eingestellt werden. Möchten Sie Aufzeichnungen im Stehen durchführen, arbeiten Sie mit einer Videokamera mit passendem Stativ. Deckenbeleuchtungen, die ein Flackern im Video erzeugen, sind auszuschalten. 

4. Geeignete Software

Bei der Wahl des Tools kommt es im Wesentlichen darauf an, dass Sie damit Videobearbeitungen durchführen können. Verwenden Sie eine Webcam, sollte das Programm auch Videoaufnahmen erfassen und speichern können. Speziell bei der Nachbearbeitung ist es wichtig, dass das Programm den Chroma-Key-Effekt anbietet. Wir empfehlen Ihnen coovi, denn dort kann der Hintergrund durch einfaches klicken und ziehen ausgewechselt werden. 

Softwarr-Funktion green screen

 5. Das Mikrofon

Meist sind die eingebauten Mikrofone in ihrer Tonqualität beschränkt. Um die Zuschauer nicht nur durch visuellen Augenschmaus zu beeindrucken, sondern auch den auditiven Aspekt abzudecken, ist es sinnvoll, ein separates Gerät hinzuzufügen. Am komfortabelsten sind Ansteckmikrofone (Lavalier Mikrofone), um beweglich und flexibel zu bleiben. Besonders praktisch sind die Mikrofone in einem Raum, wo es hallt, da der aufgenommene Hall im Vergleich zu integrierten Videokamera-Mikrofonen auf ein Minimum beschränkt wird.

In 6 Schritten Greenscreen-Aufnahmen umsetzen:

1. Greenscreen
Platzieren Sie den Greenscreen hinter sich. Tipp: Achten Sie auf einen Mindestabstand von einem Meter zum Greenscreen, um eine Schattenbildung zu vermeiden.
2. Beleuchtung
Stellen Sie die Lichtquellen, wie die oben stehende Grafik zeigt, auf. Tipp: Achten Sie darauf, dass der grüne Hintergrund ausreichend beleuchtet wird, um Schatten vorzubeugen und den Chroma-Key-Effekt optimal hervorzuheben.
3. Kamera
Positionieren Sie die Kamera frontal vor sich und dem Greenscreen. Tipp: Machen Sie einen Weißabgleich, um die Kamera auf die Farbtemperatur des Lichts einzustellen.
4. Software
Installieren Sie Ihre Videobearbeitungssoftware auf dem Computer und erstellen Sie eine Testaufnahme, um zu überprüfen, ob alle Einstellungen für eine Greenscreen Aufnahme zutreffen.
5. Mikrofon
Bei Verwendung eines Mikrofons schließen Sie das Gerät an den Computer an. Überprüfen Sie die Tonqualität durch eine Sprachtestaufnahme.
Geschafft!
Starten Sie Ihre erste Greenscreenaufnahme und setzen Sie den Chroma-Key-Effekt in Ihrer Videobearbeitungssoftware um.
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Wenn auch Sie mit dieser Technik professionelle Videos gestalten möchten und sich einen Ansprechpartner rund ums Thema wünschen, unterstützen wir Sie gern in einem persönlichen Gespräch dabei. Wir freuen uns über Ihre Kontaktaufnahme und beraten Sie gern.

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